Sind Futterzuchten notwendig? Teil 2

Im Anschluss an die Fütterung der Fischbrut mit Artemianauplien wird bald ein nährstoffreicheres  Futter benötigt. Dies sollte abwechslungsreich sein und ausreichend Ballaststoffe enthalten. Wasserflöhe, Zyclops und Insektenlarven sind dafür natürlich ideal. Diese Futterpalette kann aber durch Wurmfutter aus eigenen Kulturen ergänzt werden.Sehr gut eignetsich dazu ist das Grindalwürmchen ( Enchytaeus buchholzi). Durch seine Länge von ca. 10mm, bei einem Durchmesser von weniger als 0,5mm, ist es besser einsetzbar als die sehr großen Enchyträen. Der deutsche Name nimmt Bezug auf Frau Grindal, die dieses Würmchen vor mehr als 50 Jahren in die Aquaristik eingeführt hat. Diese weißen Borstenwürmer sind Zwitter und vermehren sich durch gegenseitige Befruchtung. Die Eipakete werden in einen schleimigen Kokon abgelegt.Die Zucht dieser Futtertiere ist einfach und in jeder beliebigen Menge ohne Schwierigkeiten möglich. Die früher übliche Kultur in Lauberde wurde durch die Benutzung von Schaumstoffen als Kultursubstrat abgelöst. Beide Methoden sind aber aus verschiedenen Gründen dem Einsatz von Seramis als Kultursubstrat deutlich unterlegen. Dieses rote Granulat aus gebranntem Ton speichert die Feuchtigkeit hervorragend und zersetzt sich nicht. Es wird in der Pflege von Zimmerpflanzen mit bestem Erfolg eingesetzt. Ein Ansatz hält problemlos länger als ein Jahr, ein neuer Kulturansatz sollte aber trotzdem früher erfolgen.

Dafür wird das Granulat gut auswaschen und mit kochendem Wasser übergossen, besser sogar kurz ausgekocht. Man füllt das feuchte Kultursubstrat dann ca. 5 cm hoch in  eine beliebige Kunststoffschale. Die Größe ist natürlich von der benötigten Futtermenge abhängig. Bewährt haben sich flache, viereckige Farbeimer, die auch direkt eine Abdeckung liefern. Die richtige Feuchtigkeit des Substrats ist nämlich die wesentlichste Voraussetzung für den dauerhaften Erhalt der Zucht. Zum Schutz vor schädlichen Wasseransammlungen, kann man in den Boden des Kulturgefäßes einige Löcher machen. Wie später bei der täglichen Fütterung, wird ungefähr ein halber Teelöffel Instant Haferflocken auf eine Stelle gestreut . Man kann auch normale Haferflocken verwenden, dabei sind aber Rückstände zu beobachten. Durch einen Zusatz von einem Drittel Humana-Nährmedium ( in Apotheken erhältlich ) kann man die Würmer zusätzlich mit wertvollen Nährstoffen anreichern. Mit einem Blumensprüher wird das Futter dann leicht angefeuchtet und eine kleine Glasscheibe mit den Würmern aufgelegt. Die Verwendung von Deckeln alter Einmachgläser hat den Vorteil, dass kein direkter Kontakt zwischen dem Futter und dem Glas besteht. Die Kultur kann bei Raumtemperatur erfolgen. Die Würmer sammeln sich nach der Futteraufnahme unter dem Glas und können mit einer Rasierklinge abgenommen werden.

Man kann sie aber auch direkt im Aquarium abspülen. Am saubersten ist es, die Würmer mit einer Spritzflasche in ein extra Gefäß zu spülen und dann abzusieben. Bei der Fütterung verteilen sich die Grindalwürmchen sofort und werden von allen Fischen gierig gefressen. Sie sind mehrere Stunden im Wasser haltbar. Trotzdem sollte man nur soviel füttern, wie sofort angenommen wird.

Kulturansätze bekommen sie natürlich auf unseren Börsen oder beim Freitagstreff.

Verfasst von: G.Hein

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